Auf einen Blick: Was ist neu ab dem 1. Januar 2020?

Auf dieser Seite stellen wir quartalsweise eine Auswahl wesentlicher Änderungen von Gesetzen, Regelungen und Verfahrensweisen zu- sammen, die für die Tätigkeit niedergelassener Ärzte und Psychothe- rapeuten von Bedeutung sein können. Zu jedem Thema finden sich eine kurze Erläuterung und eine Sammlung von Verknüpfungen (Links) zu weiterführenden und/oder ergänzenden Seiten des Internetauftritts der KV Berlin.

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung. Neues organisiertes Programm ab 1. Januar 2020

Am 1. Januar 2020 ist das organisierte Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen gestartet. Die Abklärung auffälliger Befunde ist jetzt Teil des Programms und erfolgt nach einem verbindlichen Algorithmus. Zudem werden die Frauen von ihrer Krankenkasse in fünfjährigem Turnus erinnert, um eine möglichst hohe Teilnahmerate zu erzielen. Die Grundlage bildet die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL).

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Formulare / Muster

Zytologische Untersuchungen: Neues Muster 39 zum 1. Januar 2020

Das neue „Muster 39“ für die Kommunikation zwischen Gynäkologen und Zytologen muss ab Jahresbeginn verwendet werden, die alte Version verliert zum Stichtag ihre Gültigkeit. Die Erstausstattung der Praxen mit den neuen Formularen erfolgt Anfang Dezember durch den Paul-Albrecht-Verlag.

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Abrechnung / Honorar

Ab Januar 2020: keine Kodierung mit Ersatzwert „UUU“ mehr

Mit Jahresbeginn entfällt der sogenannte Ersatzwert „UUU“, den einige Fachgruppen anstelle einer ICD-Kodierung in der Quartalsabrechnung eintragen konnten, ersatzlos. Es muss zukünftig immer eine spezifische Kodierung angegeben werden, für rein auftragsnehmende Arztgruppen wurde dafür ein neuer allgemeiner Kode eingeführt.

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ASV-Abrechnung: Ab 1. Quartal 2020 gilt Leistungserbringerquartal

Ab dem 1. Quartal 2020 werden Leistungen der ASV-Abrechnung nur noch mit dem Orientierungspunktwert des Leistungserbringerquartals bewertet und vergütet.
In der ASV (Ambulante spezialfachärztliche Versorgung gem. § 116b SGB V) ist der Arzt berechtigt Leistungen eines Vorquartals mit dem Hauptquartal abzugeben. Somit sind von der Änderung nur Leistungen betroffen, die im 1. Quartal als Vorquartalsscheine aus dem Vorjahresquartal zur Abrechnung eingereicht werden.

Neue Regelung: Zuschläge für TSS-vermittelte U-Untersuchungen und Teil-Ermächtigte

Ärztinnen und Ärzte erhalten ab Januar 2020 nun doch einen Aufschlag für Früherkennungsuntersuchungen, wenn nur für diese ein Termin zeitnah von der Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurde. Zudem hat der Bewertungsausschuss die TSS-Vergütungsregeln für Ermächtigungen angepasst.

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Neues Screening auf Zervixkarzinome: Vergütung beschlossen, Doku-Verpflichtung ausgesetzt

Das vor rund einem Jahr beschlossene neue Organisierte Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen startet am 1. Januar 2020, der Bewertungsausschuss hat jetzt die entsprechenden EBM-Anpassungen beschlossen. Da noch nicht alle Hersteller die benötigte Dokumentationssoftware bereitstellen können, wird allerdings die Verpflichtung zur Dokumentation vorerst ausgesetzt.

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Mehrere Detailänderungen im EBM ab Jahresbeginn

Der Bewertungsausschuss hat im Dezember noch verschiedene kleinere Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes beschlossen, die jeweils zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Betroffen sind unter anderem dasErweiterte Neugeborenen-Screening und die Optische Kohärenztomographie.

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Gebühren für Unfallversicherung-GOÄ wurden erhöht

Zum 1. Januar 2020 gab es Änderungen des Leistungs- und Gebührenverzeichnisses für ärztliche Leistungen in der gesetzlichen Unfallversicherung (UV-GOÄ) und des Gebührenverzeichnisses Psychotherapeutenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherungsträger.

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Neues Medikament Lynparza bei Krebstherapie einsetzbar

Für den Nachweis oder Ausschluss einer Mutation in der Keimbahn in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 vor der Verordnung des Arzneimittels Lynparza gibt es die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 11601 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Für den Wirkstoff Olaparib (Handelsname Lynparza) hatte der Gemeinsame Bundesausschuss einen Zusatznutzen festgestellt.

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Liposuktion wird jetzt in schweren Fällen von den Kassen übernommen

Die ambulante oder belegärztliche Operation bei einem Lipödem Stadium III ist seit Anfang des Jahres GKV-Leistung. Die Übernahme der Liposuktion ist allerdings zunächst bis zum 31. Dezember 2024 befristet, bis dann sollen Erkenntnisse aus einer Wirksamkeitsstudie vorliegen.

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Abruptio in besonderen Fällen: Anpassung der Pauschalen zum 1. Januar 2020

Rückwirkend zu Jahresbeginn wurden die Komplexpauschalen für die Kostenübernahme nach § 4 des Gesetzes zur Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen angepasst, Hintergrund ist die Erhöhung des Orientierungswertes.

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Qualität

Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)

Ab dem 1. Januar 2020 werden zwei Bereiche der sektoralen Qualitätssicherung in einem neuen sektorenübergreifenden Verfahren zusammengeführt. Das zukünftige Verfahren zur Qualitätssicherung der Nierenersatztherapie wird Indikatoren zur dauerhaften Dialysetherapie wie auch zur Versorgung während und nach einer Nieren- und/oder Pankreastransplantation enthalten.

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Anpassung der Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar

Ab dem 1. Januar 2020 gelten verschiedene Anpassungen in der Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte). Die Änderungen betreffen unter anderem Fristverlängerungen und die Kostenpauschale 86520 (orale Tumortherapie), die im Behandlungsfall nicht mit der Pauschale 86518 (Palliativversorgung) abgerechnet werden kann.

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Ab Januar gilt geänderte Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie

Eine Änderung der QS-Vereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V zum 1. Januar 2020 betrifft die technische Qualitätssicherung im Bereich der Strahlentherapie. Das Genehmigungsverfahren soll dadurch vereinfacht werden.

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2020 wird QS-Leistung Arthroskopie wieder geprüft

Auf Grundlage der 2019 neu gefassten Qualitätsbeurteilungs-Richtlinie Arthroskopie werden in diesem Jahr wieder Stichprobenprüfungen für diese QS-Leistung durchgeführt. Neu ist, dass seit dem 1. Januar alle Ärztinnen und Ärzte geprüft werden, die erstmals eine entsprechende Genehmigung beantragen und erhalten. Im Kalenderjahr 2020 werden zwei Prozent der Ärzte geprüft, die eine Genehmigung für die Arthroskopie besitzen oder beantragt haben. Ab 2021 werden es vier Prozent sein.

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Terminservicestelle

Ab dem 1. Januar 2020 tritt der Akutfall in Kraft

Mit Inkrafttreten des TSVG, wird die Behandlung von Akutpatienten (Akutfall) ab dem 1. Januar 2020 besonders mit Zuschlägen gefördert werden. Um Patienten im Akutfall zeitnah versorgen zu können, muss im eTerminserivce (eTS) eine ausreichende Anzahl freier Termine vorhanden sein.

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Verordnung

 

Verträge

Vertrag zum Einsatz des softwaregestützten Medikationschecks "eLiSa" mit der AOK Nordost ab 1. Januar 2020

Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens haben sich die KV Berlin und die AOK Nordost auf einen Vertrag zur besonderen Versorgung mittels eines softwaregestütztes Medikationsmanagements geeinigt. Der Vertrag ergänzt auch den bestehenden Vertrag zur ambulanten medizinischen Versorgung multimorbider Patienten mit der AOK Nordost und legt insbesondere fest, welche Leistungen im Rahmen des Medikationschecks "eLiSa" durchgeführt werden müssen.

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1. Änderungsvereinbarung zum Vertrag über die frühzeitige Diagnostik und Behandlung von Begleiterkrankungen der Hypertonie

Aufgrund des Inkrafttretens der neuen europäischen Leitlinie (2018 ESC/ESH-Guidelines for the management of arterial hypertension) und durch die Neufassung des §140a Abs. 4 SGB V haben sich die Kassenärztliche Vereinigung Berlin und die DAK-Gesundheit auf eine 1. Änderungsvereinbarung zum 01.01.2020 geeinigt.

Durch die 1. Änderungsvereinbarung wurden die Dokumente zum Versorgungsfeld „Vaskuläre Komplikationen“ (Anlage 1) und zum Versorgungsfeld „Nephrologische Komplikationen“ (Anlage 2) sowie die Versicherteninformation (Anlage 4) und die Teilnahmeerklärung der Versicherten (Anlage 5) angepasst.

Die Vergütung bleibt von der Änderungsvereinbarung unberührt.

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Rahmenvertrag „Hallo Baby“ zur besonderen Versorgung gemäß § 140a SGB V zur Vermeidung von Frühgeburten und infektionsbedingten Geburtskomplikationen: Beitritt der BKK Merck

Die BKK Merck hat Ihren Beitritt zum Rahmenvertrag „Hallo Baby“, geschlossen zwischen der BKK Kooperationsgemeinschaft, dem Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), dem Berufsverband Deutscher Laborärzte e.V. (BDL) und der Arbeitsgemeinschaft Vertragskoordinierung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), mit Wirkung zum 01.01.2020 erklärt.

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1. Änderungsvereinbarung zum Vertrage nach § 73c SGB V über ein erweitertes Präventionsangebot für Kinder und Jugendliche (Starke Kids) mit dem BKK-Landesverband Mitte und der BVKJ Service GmbH

Mit Wirkung zum 01.01.2020 sind zusätzlich zu den bisherigen teilnahmeberechtigten Ärzten auch Fach- und Hausärzte mit einer Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin berechtigt, am o.g. Vertrag teilzunehmen.
Die teilnahmeberechtigten Ärzte erhalten die vertraglich vereinbarten Leistungen auch weiterhin außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bei der Abrechnung folgender Symbolnummern:

AlterSchwerpunkteSNRVergütung
7 bis 8 Jahren (U10) Schulleistungsstörungen
Sozialisations- und Verhaltensstörungen
Zahn-, Mund- und Kieferanomalien
Medienverhalten
91102 50 Euro
9 bis 10 Jahren (U11) 91120 50 Euro
16 bis 17 Jahren (J2) Schilddrüsenerkrankung, Diabetes
Körperhaltung und Fitness
Sozialisations- und Verhaltensstörungen
Entwicklung und Sexualität
Medienverhalten
Umgang mit Drogen
91121 50 Euro

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Hautkrebs-Screening: Erhöhung der Vergütungen für 2020

Aufgrund der Anpassung des Orientierungswertes (OW) für das Jahr 2020 wird die Vergütung für einige Leistungen des Hautkrebs-Screening angepasst. Das betrifft die Verträge mit der Techniker Krankenkasse, BIG direkt gesund, Knappschaft, IKK Brandenburg und Berlin, der BARMER und der Hanseatischen Krankenkasse (HEK).

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Anlage 3 zur Richtlinie der KV Berlin zur Anerkennung von Praxisnetzen: Vergütungsregelung für anerkannte Praxisnetze gemäß § 87b Abs. 4 SGB V

In der Vertreterversammlung vom 21.11.2019 wurde die Erweiterung der Richtlinie der KV Berlin zur Anerkennung von Praxisnetzen um eine Anlage 3 beschlossen. Diese sieht vor, dass anerkannte Praxisnetze eine quartalsweise Förderung erhalten:

  • Praxisnetze mit 20 – 39 Praxen: 5.000 EUR
  • Praxisnetze mit 40 – 59 Praxen: 7.500 EUR
  • Praxisnetze mit 60 – 79 Praxen: 10.000 EUR
  • Praxisnetze mit 80 – 100 Praxen: 12.500 EUR

Für die Förderung kommt es nicht auf die Anzahl der teilnehmenden Ärzte an. Folglich wird bei den teilnehmenden Praxen auch nicht zwischen Einzel-/Gemeinschaftspraxen oder MVZs unterschieden.
Außerdem haben anerkannte Praxisnetze die Möglichkeit, einen Antrag auf projektbezogene Förderung zu stellen. Dabei soll es sich um einzelne, innovative Projekte zur Verbesserung der Versorgung handeln. Die Entscheidung über förderungswürdige Projekte wird vom Vorstand der KV Berlin nach pflichtgemäßem Ermessen getroffen.
Die Förderung der Praxisnetze gemäß § 87b Abs. 2 Satz 3 SGB V i.V.m. der Richtlinie zur Anerkennung von Praxisnetzen der KV Berlin erfolgt aus dem Strukturfonds gemäß § 105 Abs. 1a SGB V. Hierfür werden jährlich 0,03% von der nach § 87a Abs. 3 Satz 1 SGB V vereinbarten morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) im Strukturfonds zur Verfügung gestellt. Die Landesverbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen haben zusätzlich einen Betrag in gleicher Höhe in den Strukturfonds zu entrichten.

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IT / Praxisverwaltungssoftware

TI: Erst-Erstattung für Anschlüsse ab Januar automatisch mit der Abrechnung

Ab dem 1. Januar ändert sich die Verfahrensweise für die Erstattung der mit der TI in Zusammenhang stehenden Kosten. Bislang mussten Praxen im Online-Portal durch einen Haken bestätigen, dass die eingeloggte BSNR die TI installiert und mindestens ein Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchgeführt hat. Dadurch wurde die Erstattung ausgelöst. Ab dem 1. Januar 2020 berechnen sich die TI-Zahlungen nun aus den Abrechnungsdaten, das heißt, die Praxen müssen nichts weiter tun und bekommen ihre Kosten pauschal erstattet, sobald der erfolgte TI-Anschluss und die gesetzlich vorgeschriebene Durchführung des VSDM aus diesen Daten ersichtlich ist. Da diese erst mit Abrechnung generiert werden, ist leider die von der KV Berlin bisher angebotene Vorausschau der zu erwartenden Erstattung im Online-Portal nicht mehr möglich.

Für stationäre Kartenterminals wird ab 2020 mehr erstattet

Ab dem kommenden Jahr ändert sich einiges bei der Finanzierung des Praxisanschlusses an die Telematikinfrastruktur (TI). Ab 1. Januar 2020 erstatten die Krankenkassen für stationäre Kartenterminals, die Ärzte und Psychotherapeuten für den Anschluss ihrer Praxis an die TI benötigen, 535 Euro. Bis zum 31. Dezember 2019 werden 435 Euro erstattet.

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(Quelle: KV Berlin)

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