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31.03.2025

Die KV Berlin im 52. Ausschuss für Gesundheit und Pflege

Kontakt

Kathrin Weiß, Pressesprecherin
presse@kvberlin.de

 


Long-COVID-Versorgung

Am Montagmorgen nahm Dr. Burkhard Ruppert, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, am 52. Ausschuss für Gesundheit und Pflege teil. In seinem Bericht an die Abgeordneten erläuterte er den gesetzlichen Auftrag der KV Berlin in Bezug auf die ambulante Versorgung von Long-COVID-Patient:innen sowie die daraus resultierenden Versorgungsstrukturen. Dr. Ruppert stellte zudem die Ziele der KV Berlin für eine mögliche Weiterentwicklung der Long-COVID-Versorgung in Berlin vor.

Ich habe großes Verständnis für die Besorgnis der Long-COVID-Betroffenen. Neue Krankheitsbilder müssen jedoch zunächst umfangreich erforscht werden, bevor ausreichende Informationen vorliegen, um eine evidenzbasierte Therapie zu etablieren“, so Dr. Ruppert. Umso wichtiger ist es für die KV Berlin, die vorhandenen Strukturen in der Versorgung der Long-COVID-Patient:innen zu nutzen und den festgelegten Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu folgen.

Zu Beginn war wenig über die Krankheit bekannt. Bereits 2022 hat die KV Berlin daher in Beratung mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität Heidelberg Versorgungsstufen für Long-COVID-Patient:innen etabliert. Im Mai 2024 trat dann die G-BA-Richtlinie zur Versorgung von Long-COVID-Erkrankten in Kraft, die drei Versorgungsstufen definiert. Die erste Stufe der G-BA-Richtlinie umfasst die Versorgung durch Haus- und Kinderärzte, die zweite Stufe die Versorgung durch Fachärzt:innen und Psychotherapeut:innen und die dritte Versorgungsstufe wird durch die zehn Berliner Hochschulambulanzen sichergestellt. Die Einbeziehung der Hochschulambulanzen gemäß § 117 SGB V ist besonders wichtig, da so innovative Ansätze aus der Forschung schneller in die Versorgung integriert werden können. Darüber hinaus wurde in Berlin nach Abstimmung mit der Charité eine vierte Versorgungsebene eingeführt, die mögliche REHA-Maßnahmen für die Patient:innen umfasst.

In seinem Bericht vor dem Ausschuss gab Dr. Ruppert einen Überblick zu den Maßnahmen, die die KV Berlin seit 2021 zur Versorgung der Patient:innen mit Long COVID ergriffen hat. Der Vorstandsvorsitzende der KV Berlin führte aus, wie intensiv die KV Berlin Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen in den ambulanten Praxen unterstützt, indem sie mit Long-COVID-Expert:innen vernetzt werden können und das Angebot von Informationen und Weiterbildungen zum Krankheitsbild stetig erweitert wird. So ist aktuell eine gute Versorgung der Long-COVID-Patient:innen in Berlin gewährleistet.

Die KV Berlin hat bereits zwei Jahre bevor ein gesetzlicher Auftrag erteilt wurde, den hohen Informationsbedarf der Haus- und Fachärzt:innen in Berlin zum Thema Long COVID erkannt und informiert hierzu seitdem regelmäßig. Mit der Gründung des Long-COVID-Netzwerks stellt die KV Berlin sicher, dass die rund 10.000 niedergelassenen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen in Berlin sich untereinander austauschen, vernetzen und einander zu diesem neuen Krankheitsbild in Diagnostik und Therapie Hilfestellung geben können. „Wir sind überaus dankbar, dass sich mittlerweile 124 Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen dem Long-COVID-Netzwerk angeschlossen haben und sich hier ehrenamtlich seit mehr als 3 Jahren engagieren“, so Dr. Ruppert.
Das Netzwerk stellt einen Expertenkreis aus Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen dar, der sich regelmäßig in nicht-öffentlichen Sitzungen austauscht. In diesem Rahmen werden auch besonders komplexe oder kritische Patient:innenfälle vorgestellt, um gemeinsam fundierte Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Darüber hinaus gewährleistet das Netzwerk, dass sich die Mitglieder der KV Berlin fortlaufend über Long COVID informieren, weiterbilden und austauschen können.

Patient:innen in Berlin, die den Verdacht auf eine Long-COVID-Erkrankung haben, sollten sich zunächst an ihren Hausarzt wenden. Für Patient:innen, die keinen Hausarzt haben, besteht die Möglichkeit, unter der Telefonnummer 116117 einen Hausarzt vermittelt zu bekommen.

Dr. Ruppert betonte, dass es das Ziel der KV Berlin ist, ihren Mitgliedern, unter Berücksichtigung des gesetzlichen Auftrages, kontinuierlich umfassende Informationen zur Diagnostik und Therapie der Erkrankung zur Verfügung zu stellen. Der im Ausschuss vorgestellte Projektvorschlag der KV Berlin sieht vor, die erste Versorgungsstufe der Ärzt:innen gezielt zu unterstützen und zu entlasten sowie den betroffenen Familien der Patient:innen umfassende Beratungsangebote zur Verfügung zu stellen. Abschließend betonte der Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, dass das Ziel darin bestehen müsse, Long COVID als Krankheitsbild sowie den damit verbundenen wachsenden Forschungsbedarf anzuerkennen und gleichzeitig die Strukturen im Gesundheitswesen so zu stärken, dass eine langfristig gesicherte ambulante Versorgung in Berlin gewährleistet werden kann.

Bitte beachten Sie das bereitgestellte Informationsmaterial zu dieser Pressemeldung (siehe „Weitere Informationen”).